Die Geschichte der ADAC Hohenloher Burgen- und Schlösserfahrt
Die Wurzeln (1965): Die Ära der Bestzeit-Rallye
Der Ursprung unserer heutigen Traditionsveranstaltung liegt im Jahr 1965. In einer Zeit, in der der Motorsport von purer Mechanik und echtem Pioniergeist geprägt war, wurde eine legendäre Bestzeit-Rallye vom ADAC Ortsclub Schwäbisch Hall ins Leben gerufen. Damals kämpften die Fahrer auf den anspruchsvollen Straßen der Hohenloher Ebene um jede Hundertstelsekunde. Staubige Pisten, enge Kurven und der unbarmherzige Takt der Stoppuhr forderten Mensch und Maschine alles ab. Diese glorreichen Renntage legten den Grundstein für eine automobile Begeisterung, die Generationen überdauern sollte.
Die Neuausrichtung (1992): Die Geburtsstunde der Oldtimerfahrt
Nachdem es um die ursprüngliche Bestzeit-Rallye ruhiger geworden war, wurde die Faszination für das klassische automobile Kulturgut im Jahr 1992 neu entfacht. Unter dem Dach des ADAC Ortsclubs Schwäbisch Hall wurde die „ADAC Hohenloher Burgen- und Schlösserfahrt“ für Oldtimer offiziell gegründet. Dies geschah in einer Epoche, in der Oldtimer-Ausfahrten in Deutschland noch absoluten Seltenheitswert besaßen und nur sehr begrenzt stattfanden. Die Gründungsväter leisteten echte Pionierarbeit. Der Fokus verschob sich weg von der reinen Höchstgeschwindigkeit, hin zum stilvollen Reisen, der Zuverlässigkeit und dem Genuss der malerischen Kulisse. Seit über 34 Jahren findet diese Ausfahrt nun schon in einem festen, zweijährigen Rhythmus statt. Dieser biennale Turnus macht jede Ausgabe zu einem exklusiven Highlight, auf das Teilnehmer und Zuschauer lange im Voraus hinfiebern.
- No-Stress: Der perfekte, völlig stressfreie Einstieg in die Welt des klassischen Roadbooks. Ohne Prüfungen und ohne Druck werden Neulinge spielerisch an das Hobby herangeführt.
- Touristisch: Pure Freude am Fahren steht hier im Vordergrund. Es geht vorbei an den schönsten Burgen und Schlössern der Region – ideal für alle, die Landschaft, Kultur und das rollende Museum in vollen Zügen genießen möchten. Mit Geschicklichkeits- und Teamaufgaben.
- Tourensportlich: Hier knüpft die Veranstalltung an ihre sportlichen Wurzeln von 1965. Knifflige Orientierungsaufgaben, Gleichmäßigkeitsprüfungen (GLPs) und präzises Timing fordern Fahrer und Beifahrer gleichermaßen sportlich heraus.
Die Perfektionierung (2026): Prolog, Training und Gemeinschaft
Im Jahr 2026 geht die Rallyeleitung noch einen Schritt weiter, um das Gesamterlebnis für die Teams auf ein neues Level zu heben. Erstmals wird den Teilnehmern optional ein Prolog sowie ein professionelles Lichtschrankentraining angeboten. Dieses Vorprogramm bietet die perfekte Gelegenheit, sich vor der Hauptfahrt „warmzulaufen“. Fahrer und Beifahrer können ohne Zeitdruck unter realen Bedingungen das exakte Timing trainieren, die Absprachen im Cockpit verfeinern und das Zusammenspiel zwischen Fahrer, Beifahrer und Fahrzeug perfektionieren.
Abgerundet wird dieser Tag durch eine weitere Premiere: Am Samstagabend lädt die Rallyeleitung erstmals zu einem exklusiven „Come-together“ ein. Bei einem Sektempfang und einem reichhaltigen Buffet können die Teilnehmer die Erlebnisse des Prologs analysieren, sich optimal auf den kommenden Fahrtag vorbereiten oder einfach bei tiefen Benzingesprächen die Gemeinschaft unter Gleichgesinnten genießen.
Was 1965 als wildes Rennen gegen die Zeit begann, ist heute eine moderne, vielseitige und bestens durchdachte Traditionsveranstaltung. Sie verbindet die historische Kulisse Hohenlohes mit sportlichem Anspruch und gelebter Gemeinschaft – maßgeschneidert für jeden Oldtimer-Liebhaber.